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DAVE Podcast #42 – lona my.

Eine kleine Ode an die Bassmusik ist der neue Podcast von lona µ., die 2022 den DAVE DJ Contest gewonnen hat. Mit ihrer Leipziger Crew bass focus sorgt sie heute dafür, dass der Nachwuchs erste DJ-Erfahrungen sammelt. Und das, nachdem sie erst selber 2019 mit dem Auflegen angefangen hat. Zum Glück, denn ihre Sets, die mit der Formal „deep, aber vorwärts“ tatsächlich gut beschrieben werden, sind düstere, aber seelenschmeichelnde Wohltaten. Das könnte durchaus auch an an ihrer Vorliebe für episches Beatmatching liegen, wie auch der Mix hier eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Pic: Reinhard Spunkner

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DAVE Festival · DAVE Podcast #42 – lona-µ

Hey, kannst du dich kurz vorstellen?

Hey, ich bin Jule aka lona µ.,in Leipzig lebend, gefühlt aufgewachsen zwischen Dresdner Soundsystemen; die Dubstep- und Drum’n’Bass-Szene hat mich und meine Jugend maßgeblich geprägt. Und sie tut es nun auch wieder mehr, vor allem, seitdem ich Ende 2019 mit auflegen angefangen und mit anderen tollen Menschen einen Vernetzungs-Stammtisch (der durch die Pandemie dann vor allem erstmal eine regelmäßige Livestream-Plattform wurde) gegründet habe, und die nun meine kleine Crew ist, bass focus.

Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz beim DAVE DJ Contest 2022. Wie hast du die Prämierung erlebt?

Das war lustig, da ich fest davon ausgegangen bin, dass es einfach drei erste Plätze gibt, und es auch gar nicht nach Dresden zur Prämierung geschafft habe, sondern komplett fertig in Leipzig vor meinem Rechner hing und das Ganze live verfolgt habe. Und dann ziemlich aus allen Wolken gefallen bin, haha. Und als ich es dann so langsam realisiert habe, mich natürlich übertriebenst gefreut habe, weil für mich eine Connection nach Dresden (zurück) auch einfach super wichtig ist.

Was hast Du Dir für den Mix hier überlegt?

Es ist eine Hommage an das deepe, teilweise düstere, sphärische und zugleich treibende, was ich an der Bassmusik so unglaublich schätze. Der Anfangstrack von Commodo ist was Besonderes, weil ich seine Musik extrem feiere, aber selten gut einbauen kann in ein Set. Das gleiche gilt für Kimyan Law. Und die zwei Tracks von Khiva ebenso, da sie für mich die beste der krass wenigen weiblich (gelesenen?) Dubstep-Produzent*innen ist. Und ein paar Banger mussten natürlich auch mit rein.

Wie würdest du deinen Stil beim Auflegen beschreiben?

Ich würde sagen, Spannungsbogen und Harmonie sind klare Elemente. Eine Freundin meinte mal, deep, aber vorwärts, das trifft es recht gut auch. Mir ist es wichtig, nicht nur geile Tracks aneinanderzureihen, sondern ein Werk daraus zu machen, mit ganz klarem Fokus auf smoothen Übergängen, die das Flowige unterstützen.

Wie bist du zum Auflegen gekommen?

Ich habe jahrelang davon geträumt, mal mehr, mal weniger, und meine Prio aber immer woanders gehabt. Dann kam vor paar Jahren eine Phase, die mich, kurz gefasst, körperlich und seelisch komplett an meine Grenzen gebracht, und, bisschen klischeehaft, mir aber klar(er) vor Augen geführt hat, was ich will, worum es mir in meinem Leben geht. Und als meine Energie dann wieder kam, habe ich sie nicht als erstes wieder in den politischen Aktivismus, sondern in das Herzensprojekt selber auflegen und Crew-Gründen gesteckt.

Was macht für Dich eine/n gute/n DJ aus?

Ich muss zugeben, ich bin Übergangs-Fanatikerin, damit steht und fällt für mich persönlich ein gutes Set. Ich bin, auch für mich selber, gerade dabei, diesen Fanatismus deutlich aufzulockern, aber es ist einfach so: nichts haut mich so um wie ein episches Beatmatchting. Musik, die gelebt aufgelegt wird, ein Gespür für Entwicklung in einem Set. Auch wenn ich selber manchmal noch zu schüchtern oder beschäftigt bin, um mit der Menge groß in Kontakt zu treten, schätze ich das sehr an anderen, wenn sie das können. Weniger aus einem sich-feiern als einem wir-genießen-alle-gerade-diese-Musik-gerade heraus.

Wie schätzt du die Dresdner Clubszene ein?

Da ich jahrelang keine große Connection mehr nach Dresden hatte, kann ich da gar nicht viel zu sagen. Was ich grad aber mit Freude und klein bisschen gönnendem Neid beobachte, dass Dubstep auch wieder konkreter, als zum Beispiel in Leipzig, am Start ist. Was ich aber von außen immer wieder mitbekomme, ist die Vielfalt und vor allem die gute Vernetzung und Zusammenarbeit verschiedenster Kollektive/Gruppen. Das finde ich mega inspirierend.

Ist Dresden ein gutes Pflaster, um sich musikalisch zu entwickeln oder wünschst Du Dir mehr Unterstützung?

Auch da kann ich nur eine vage Aussage geben, aber würde angesichts der von mir beobachteten Vernetzung und Diversität behaupten, dass das sicher gut geht. Und vor allem, soweit ich das noch in Erinnerung habe aus meiner Jugend. Durch das sehr Familiäre in der Szene ergibt sich schon beiläufig ein großer Support.

Welche der Dresdner Talente schätzt du?

Einzelne habe ich da gar nicht so im Sinn, außer die vielen Drum’n’Bass- und Dubstep-DJs, vor allem um Green Planet, Sub Sickness und Danger Movement und Potschappel Underground herum.

Letzte Worte?

Muss ich einfach so sagen: Dubstep, Drum‘n‘Bass & Co. sind meiner Meinung nach sehr unterschätzt und stehen, aufgrund gewisser Entwicklungen um einen jungen Skrillex herum, teilweise in einem miesen Licht. Es lohnt sich so sehr, auch als Lai*in dem nochmal eine neue Chance zu geben und sich mitnehmen zu lassen. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, bin ich verdammt glücklich. Ansonsten: danke, dass ihr diesen tollen Contest, und überhaupt, dieses phänomenale Festival ausrichtet!

Tracklist

Commodo – Eyewitness
Flame 1 – Shrine
Ghostek – Trust Me
Azaleh – Descend
Sleeper – Terraformed
Kromestar -Shadow Work
11th Hour – Tephra
Hypho – Take It Or Leave It
Cartridge – Stubble
Soukah – Pusher
Hypho – Dingle Bat
Khiva – Aphrodite
Kwizma – Hitman
J_Kenzo – Shark Eye
Sweepa – Ketel
Cartridge – Snake Charmer
Kahn – Abattoir
Kromestar – Second Home
Kimyan Law – You Break It When You Name It
Cultrow – Night Walker
Kercha- Rope
J_Kenzo – Starseed
OME – Stop Fakin
Kercha – Ignorants
Khiva – Try
Ramsez – Rebound
Mungk – Sacra
Hypho – Muharib Skank
Opus – Snidey

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