DAVE Festival
Festival für
Clubkultur
20 — 29 Okt 2017

DAVE Podcast #05: Lukas & Anachronism

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Das PATH-Kollektiv hat im letzten Jahr ordentlich Staub aufgewirbelt in Dresdens Subkultur. Es ist die ewig junge Geschichte von Freunden, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen: Partys veranstalten, auflegen, Visuals machen. Lukas & Anachronism gehören auch dazu. Beim letzten DAVE haben Sie sich beim DJ-Contest für den Jugendtanz mit einem famosen Mix durchgesetzt und auch in der Chemiefabrik elegant geknüppelt. Ihre Genrevorlieben sind breit gefächert, was sie auch in ihrem neuen DAVE-Podcast unter Beweis stellen. Bisschen verrückt kann es durchaus sein, gern auch in Sachen Rhythmusstruktur. Nicht der schlechteste Start in 2016…

DAVE: Hey, könnt ihr Euch bitte mal vorstellen?

L: Lukas, Freund der Musik, gebürtig aus Dresden und seit 2013 wieder in der Stadt.

A: Ich bin Jonas, 21, aus Dresden und lege unter dem Pseudonym Anachronism auf. Einige Produktionen werden auch folgen bzw. sind auf SoundCloud zu hören.

DAVE: Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

L&A: Auf einem Schulhof in Freital. 2013 haben wir zeitgleich begonnen in Dresden zu studieren und sind dann durch einen glücklichen Zufall in derselben WG gelandet.
Von Schulhofbekanntschaft zu Mitbewohnern und Freunden.

DAVE: Ihr gehört zum PATH-Kollektiv, was habt ihr als Crew vor und was sind Eure Spielwiesen?

L&A: Die ursprüngliche Spielwiese war die Dresdner Heide, wo wir uns 2014 an unserem ersten Open Air versucht haben. Seitdem organisieren wir in unregelmäßigen Abständen kleinere Clubveranstaltungen mit lokalen DJs in Dresden und wollen uns nächstes Jahr an die ersten größeren Bookings wagen.

DAVE: Ihr habt beim DAVE-Jugendtanz-Contest einen Spot gewonnen. Wie war’s denn in der Chemiefabrik aufzulegen?

L: Einwandfreie Technik und gute Monitorboxen, hat alles gepasst!
A: In der Chemiefabrik war es genial. Wir hatten Spaß und haben uns gut aufeinander eingegrooved. Die Stimmung war auch fett, sodass uns das ziemlich beflügelt hat. Die anderen Künstler haben auch echt gute Sets gespielt…ein runder Abend, also.

DAVE: Was ist Euer Ding musikalisch? Was legt ihr gerne auf?

L: Ich bin da nicht auf ein bestimmtes Genre fixiert, ich spiel gern vielseitige Sets. Was mich derzeit an Musik bewegt, umreißen meine letzten Plattenkäufe wahrscheinlich am besten:

    1. Sound Voyage – Golden Gauda / Super Molam

    1. Soundspecies – Balafon Jam

    1. Various Artists – Salamanca Issue #4

Beim Auflegen würde ich gern auch in experimentellere Richtungen gehen oder mal ein Ambient Set spielen, nur bietet sich dafür leider nicht so häufig die Möglichkeit. Wenn wir zusammen auflegen, einigen wir uns meistens auf Techno.

A: Ich lege vor allem Techno und Bass auf, da ich gebrochene Beats mag. Wenn die Stimmung es her gibt, kann es auch mal ruhiger zugehen. In Mixtapes macht es auch Spaß über Genregrenzen hinaus zu experimentieren.

DAVE: Ihr spielt Vinyl, oder? Warum ist Euch das wichtig?

L: Ja, überwiegend. Ich habe das Gefühl die Musik anders zu selektieren, wenn ich mit Platten auflege und es macht schlichtweg mehr Spaß.

A: Vinyl hat Klang, Haptik und ist einfach eine Sammelleidenschaft. Außerdem finde ich, dass man intuitiver und mit mehr Gefühl auflegt, da man seine Platten genau kennt und keine Informationen zum Ablesen hat…nur die Platte samt Tracks…da gehen einem ganz andere Gedanken durch den Kopf. Jede andere Art des Auflegens ist aber völlig legitim…letztendlich geht es ja um die Musik an sich.

DAVE: Wie schätzt ihr die Dresdner Clubszene ein?

L&A: Die Dresdner Clubszene ist sehr familiär, jeder kennt jeden und somit findet auch immer ein reger Austausch statt.

DAVE: Ist Dresden ein gutes Pflaster, um sich musikalisch zu entwickeln oder wünschst Ihr Euch mehr Unterstützung z.B. in Form von Workshops? Anders gefragt, können Talente in Dresden gedeihen? Wer hat Euch geholfen beim Lernen?

L: Einzelne Kniffe habe ich von Freunden abgeschaut, aber grundlegend versucht mir das selbst anzueignen.
Ich habe das Gefühl, dass man als Neuling auf jeden Fall die Möglichkeit hat, sich zu entfalten und dabei Unterstützung bekommt. Mir gefällt bspw. das Prinzip der MiDi sehr gut. Auch das Angebot an Workshops ist mehr als grundsolide!

A: Mir haben alle geholfen, denen ich beim Auflegen mal über die Schulter gucken durfte…in Clubs und privat. Mit der DAVE Woche oder dem Laptopbattle gibt es auch wirklich gute Möglichkeiten, etwas zu lernen.

DAVE: Welche Dresdner Talente schätzt ihr?

L: Jemand, der sich auf jeden Fall etwas aus dem Schatten trauen sollte, ist der gute Sauer. Da schlummern so einige halbfertige Tracks mit viel Potential auf der Festplatte…

A: Ich schätze sehr viele Dresdner Künstler…da gibt es massig Talente…sei es die Suburbia Crew, Amp//R, Lokalhelden und viele mehr. Uncanny Valley samt Sublabels natürlich nicht zu vergessen.

DAVE: Wo kann man Euch demnächst erleben?

L&A: Am 9.1. steigt die zweite PATH Veranstaltung im Atelier Schwartz. Am 15. Januar spielt Anachronism zusammen mit Navigate bei „Suburbia 4.5“ im Sobatage. Außerdem bestreiten wir in regelmäßigen Abständen Abende in der Zille, das nächste mal am 9.12..

Tracklist

  1. 242 – Angst
  2. OD – Sol Baize At The Chinga
  3. Shackleton – Deadman
  4. Beneath – Strike A Pose
  5. Credit 00 – Session Two
  6. Rambo Village – Red Masks
  7. Annanan – Willis
  8. Sleeparchiv – Senza Titolo One
  9. Subjected – CS1X (Raw Version)
  10. Polar Inertia – Hell Frozen Over
  11. Fatima Al Qadiri – Shanzhai
  12. Drøp – Epileptic Heritage (Dadub Remix)
  13. Acre – Symbols
  14. Andrea – Choral
  15. Happa – Chewy Teeth
  16. Alexis Le-Fan – Love To Hate
  17. Afrobot – Good Daddy
  18. Autarkic – Show Me What You Haven’t Got